Oinoanda – die größte Inschrift der Welt

bild der wisenschaft hat 2013 den Relaunch seines Internet-Auftritts vorgestellt. Als Vorbereitung hat wissenschaft und meer zahlreiche keine und größere Videoproduktionen als „Versuchsballons“ hergestellt.

Der Mann hatte eine Mission. Und offenbar Geld genug, um seine menschenfreundlichen Absichten zu finanzieren. Diogenes, Bürger von Oinoanda, ließ Texte des altgriechischen Philosophen Epikur mit 26 000 Wörtern in die Mauern der südanatolischen Stadt meißeln mitten in der City, damit alle sich erbauen und ihr Leben verbessern könnten, denn Epikur war eine Art antiker Verhaltenstherapeut für Selbsterkenntnis, Wandel und ein erfülltes Dasein. Der Römer Diogenes publizierte den philosophischen Ratgeber gut 300 Jahre nach dem Tod des praktischen Denkers in einer Siedlung, die abseits aller großen Verkehrswege in der Südtürkei liegt. Ein Erdbeben machte irgendwann sein steineres Werk zuschanden, byzantinische Nachbewohner verbauten die lose herumliegenden Inschriftenblöcke in ihre Häuser, andere versanken im Morast, etliche wurden verhökert. Nach fast 2000 Jahren macht sich das Deutsche Archäologsiche Institut Istanbul nun mit moderner Technik daran, die zerfallene Stadt und ihre Inschriften dem Vergessen und den Raubgräbern zu entreißen.